Gerät ein IT Projekt in Schieflage, steht viel auf dem Spiel. Zumeist sind beidseits erhebliche finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen ins Projekt investiert worden. Rechtlich stehen die Parteien auf konträren Standpunkten und nicht selten geht es beidseits um ein Alles-oder-Nichts.

Wird ein Anwalt beigezogen, geschieht dies oft erst dann, wenn der Konflikt schon fast nicht mehr zu retten ist. Die Herausforderung aus rechtlicher Sicht besteht darin, unter Zeitdruck die richtigen Entscheide zu fällen. Unsere Erfahrung zeigt, dass Referenzwissen aus andern Projekten wesentlich mit dazu beiträgt, in dieser Drucksituation angemessen reagieren zu können. Nur wer in einer solchen Situation rasch die richtige Position einnimmt, bleibt in den oft unter hohem Druck geführten Verhandlungen handlungsfähig. Ziel muss sein, den Konflikt zu bereinigen, bevor er zum Gerichtsfall wird. Eine Lösung kann aber nur formulieren, wer seine eigene Position kennt.

Manchmal lässt sich der Gerichtsfall nicht vermeiden. Wir stellen fest, dass die Argumentation im Gerichtsfall oft zu schablonenhaft auf allgemeine rechtliche Theorien reduziert wird ("läuft nicht", "zu spät"). Geht man den Ursachen eines Problems auf den Grund, zeigt sich eigentlich fast immer, dass die Zusammenhänge komplexer sind. Die Diskussion vor den Schranken des Gerichts wird sich zwangsläufig auf den Sachverhalt konzentrieren müssen. Wir stellen fest, dass diese Arbeit gelegentlich unterschätzt wird.